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Unwissenschaftliche Nachschrift (biographisches) und Literaturliste

Von erheblicher Bedeutung für die Darstellung der Geschichte der Raumplanung wäre eine Darstellung der Biographien ihrer wichtigsten Protagonisten. Ohne personalisierend zu wirken, ließen sich über diese Biographien wichtige Einblicke in die Sachfragen gewinnen. Nur ist es beim heutigen Kenntnisstand schier unmöglich diese Biographien nachzuzeichnen. Da weder die Alliierten noch die frühe bundesdeutsche Geschichtswissenschaft der Raumplanung große Bedeutung zugemessen haben, liegen nur sehr spärliche Informationen über den Werdegang der Ausführenden vor.

Es wäre von erheblichem Interesse, zu erfahren, woher denn
Gerhard Laub (der in Wien die Umsiedlung der jüdischen Bevölkerung plante),
Paul Ritterbusch (Leiter der Reichsarbeitsgemeinschaft ab 1940),
Willi Richert (Stadtplaner in Posen),
Günter Schmölders, Bruno Wehner (beide Reichsstelle)
Ernst Jarmer, Frank Glatzel (beide Reichsarbeitsgemeinschaft),
Rudolf Hoffmann (vom Autobahnbau zur Raumplanung kommend),
Wilhelm Halbauer, Walter Bangert (beide Planer in Lodz),
Konrad Bildstein, Ludwig Hieber, Hugo Maurer, Ludwig Schmidt- Kehl, Walter Rafelsberger, Wilhelm Stubbenrauch, Gottfried Müller und all die vielen anderen kamen und ob sie je zur Rechenschaft gezogen wurden. Nur ergeben sich Informationen dazu allenfalls zufällig (im Zentrum der Recherche konnte dies nicht stehen). Die üblichen Nachschlagewerke (Biographische Sammlungen, Wer Ist's, Wer ist Wer) weisen hier die bekannten Lücken auf.

Nach mündlicher Auskunft (Prof. Dr. Buchhofer) war der Judenreferent und Raumplaner im Reichskommissariat Ostland Werner Essen in der BRD wieder in seinem früheren Betätigungsfeld Geographie an verschiedenen Instituten aktiv.

Den Raumplanern ist es also sehr gut gelungen, ihre Funktion während des Nationalsozialismus zu verschweigen. Davon gibt es nur drei Ausnahmen, bei zweien kam das zu solcher Aufklärung führende besondere Interesse von außen.

1. Walter Christaller (1893 - 1969)

Der Pfarrerssohn, Wanderarbeiter, Soldat (I. Weltkrieg) und Aktivist der Bodenreformer legt 1930 die Prüfung zum Diplomvolkswirt ab (obwohl er sich schon lange mit der Geographie beschäftigt) und promoviert 1933 mit seiner wirtschaftsgeographischen Studie "Die zentralen Orte in Süddeutschland". Dies ist die Geburtsstunde der modernen Kulturgeographie, und deshalb ist Walter Christallers Biographie heute zugänglich: die amerikanischen Geographen rezipieren nach dem II. Weltkrieg sein grundlegendes Werk.

1933 flüchtet das SPD- Mitglied kurzzeitig nach Frankreich, wird von Konrad Meyer zurückgeholt und arbeitet an der Berliner Universität. 1940 wird Christaller NSDAP- Mitglied und nicht maßgeblicher Mitarbeiter des Arbeitskreises Zentrale Orte in der Hauptabteilung Planung und Boden (keine juristische Würdigung bekannt). Die Hauptabteilung schätzt sein theoretisches Wissen und hält ihn wegen seiner politische Vergangenheit auf Distanz. Nach dem Krieg wird Christaller erst Mitglied der KPD und später wieder der SPD. Er arbeitet als Privatdozent auf Honorarbasis.

2. Konrad Meyer- Hetling (1900 - 1973)

Studium der Landwirtschaft an der Universität Göttingen.

1926 Promotion, danach Assistent am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung an der Universität Breslau.

1927 Ass. am Inst. für Pflanzenbau an der Universität. Göttingen.

1930 Habilitation für landwirtschaftlichen Pflanzenbau.

1930/33 Privat-Dozent am Institut für Pflanzenbau in Göttingen.

1934 Berufung. auf den Lehrstuhl für Acker- und Pflanzenbau an der Universität Jena.

1934/35 Berufung zum ordentlichen Professor für "Ackerbau und Landbaupolitik".

Seit Ende 1933 gleichzeitig Mitarbeiter und Leiter des Referats "Allgemeine Biologie, Landbau, Forst und Veterinärwissenschaft" am preußischen Kultusministerium bzw. an dem entsprechenden Reichsministerium. (In dieser Eigenschaft steuerte er die gesamte Personalpolitik dieser Ressorts ab dieser Zeit!)

1935/40 Leiter der Reichsarbeitsgemeinschaft "Raumforschung".

1935/45 Obmann des "Forschungsdienstes".

1939/45 Leiter der Hauptabteilung Boden beim "Reichskommissariat für die Festigung des deutschen Volkstums", das dem Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, unterstand. Maßgebliche Beteiligung am Entstehen des berüchtigten "Generalplanes Ost", der die Vertreibung und den Tod von Millionen Menschen der osteuropäischen Völker vorsah.

1945/48 durch die amerikanische Militärregierung interniert.

1949 Leiter des Saatzuchtbetriebes RIMPAU in Einbeck.

1956 Berufung zum ordentlichen Professor für Landbau- und Landesplanung an der Universität Hannover.

1969 Emeritiert. Publikationen zur Raumforschung.

Der studierte Agrarwissenschaftler wird 1931 Mitglied der NSDAP und der SS. Der Aktivist verdankt der Nazibewegung alles - und sie verdankt ihm viel. Er wird d i e  zentrale Figur der Raumplanung im Nationalsozialismus. Alle seine vielen Funktionen und Tätigkeiten scheinen darauf hinaus zu laufen, die Raumplanung zu eben dem Instrument zu entwickeln, das sie dann in Polen wurde. Er ist ein Spiegel seiner Zeit. Gegen Ende des Krieges gelingt es Mitarbeitern des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums, vermutlich wesentliche Unterlagen zu vernichten. Konrad Meyer wird in Nürnberg angeklagt, weshalb über ihn heute Informationen vorliegen, kann das Gericht in die Irre führen, bekommt drei Jahre Haft auf dem Hohenasperg für die Mitgliedschaft in der SS. "Allerdings verlief seine Nachkriegskarriere zunächst nicht ganz reibungslos: Nach Internierungszeit und der Periode als Häftling in Nürnberg wurde Meyer als Leiter eines Saatzuchtbetrieb in Voldagsen/Einbek bei Hannover tätig, wo sich nun auch das frühere Kaiser Wilhelm Institut für Züchtungsforschung befand. Zu diesem hatte er bereits vor 1945 in enger Verbindung gestanden. Im Wintersemester 1954 erhielt er erstmals einen Lehrauftrag an der TH Hannover, wo sein alter Kollege Heinrich Wiepking-Jürgensmann inzwischen die Fakultät für „Gartenbau und Landeskultur“ aufgebaut hatte. Wiepking war seinerzeit ebenfalls mit einem Projekt an den DFG-geförderten Grundlagenforschungen für den RKF beteiligt gewesen, d.h. die alten Netzwerke funktionierten noch, wenn auch mit gewisser zeitlicher Verzögerung. Im Sommer 1956 wurde Meyer als ordentlicher Professor auf den neugeschaffenen Lehrstuhl für Landbau und Landesplanung in Hannover berufen und war somit wieder in der universitären Wissenschaft angekommen. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der 1946 neugegründeten Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover. Dort versammelten sich einige der schon im Nationalsozialismus bedeutenden Kapazitäten für Raumplanung – ganz im Stil der alten „Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung“, die Meyer von 1936-39 geleitet hatte. Beispielsweise war Meyers alter Berliner Mitarbeiter, der Agrarsoziologe Herbert Morgen, ab 1966 Präsident der Akademie. Gleichzeitig knüpfte die Akademie zu Beginn der sechziger Jahre explizit und unkritisch an die Tradition ihrer Vorgängerinstitutionen, der „Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung“ an, in dem sie ihr 25-jähriges Bestehen bereits 1960, am Gründungstag der „Reichsarbeitsgemeinschaft“ (16. Dezember 1935) beging. Man beklagte lediglich, daß die Nachfolgeinstitution noch nicht die „übergeordnete und koordinierende Funktion“ der alten „Reichsarbeitsgemeinschaft“ wiedererlangt hätte. Deren Zeitschrift „Raumforschung und Raumordnung“ (die erste Nummer erschien 1937) wurde unbesehen weitergeführt, sie erscheint heute, im Jahre 2003, im 61. Jahrgang. Auch in der Akademie, genau wie in seiner Fakultät, übernahm Meyer eine tragende Rolle als Wissenschaftler und Forschungsorganisator. Dazu betätigte er sich wieder als Politikberater und arbeitete beispielsweise 1966 als Landesentwicklungs-Experte für die Niedersächsische Landesregierung. An der TH Hannover lehrte Meyer vor allem über „Landesplanung und Landespflege“, die „Bewertung landwirtschaftlicher und städtischer Grundstücke“, „Raumforschung und Planung“ sowie „Raumnutzung“. Er publizierte rege, unter anderem über ländliche Notstandsgebiete, die räumlichen Disparitäten innerhalb der EWG (1959, 1960), den „Bauern im Leitbild der Raumordnung“ (1962), die „Ordnung im ländlichen Raum“ (1964), ländliche Regionalplanung, den „Mensch[en] im Spannungsfeld der Raumordnung“ (1967), über Grundfragen von Raumforschung und Landesplanung. Daneben betreute Konrad Meyer eine ganze Anzahl von Dissertationen, unter anderem die Untersuchung seines Schülers H. Böke über „Die Veränderung der Flächennutzung und Bevölkerungsstruktur im Raum einer wachsenden Großstadt, dargestellt am Beispiel Hannover“. Dieses Projekt war das einzige, für das Meyer nach 1945 noch eine Finanzierung durch die DFG erhielt, nämlich in den Jahren 1958 und 1959 über insgesamt 4.400 DM. Dieses Projekt wurde vom DFGSchwerpunkt Wirtschaftsgeographie gefördert, im Kontext der Vorarbeiten eines umfassenden Atlaswerkes zum Thema „Die deutsche Agrarlandschaft“. Die Frage, woher Meyer ab 1956 statt dessen seine Forschungsgelder nahm, ist nicht ganz eindeutig zu beantworten. Vermutlich half die recht großzügige Ausstattung seiner Fakultät an der TH Hannover, höchstwahrscheinlich konnte er auch über seine Position in der Akademie für Raumforschung und Landesplanung Mittel mobilisieren. Was blieb nun an Kontinuitäten zu Meyers Tätigkeit als führender Raumforscher im Nationalsozialismus? Zunächst einmal galt Meyer auch in Hannover ein Pionier seiner Zunft: Er kombinierte die bislang vor allem auf den städtischen Raum ausgerichtete Raumordnung mit der Entwicklung des ländlichen Raumes und der Landespflege. Die Aufgaben der Landesplanung beschrieb Meyer als Hochschullehrer in Hannover ganz ähnlich wie vor 1945, nur daß er nun durchgehend „Volk“ durch „Gesellschaft“ ersetzte, Anspielungen auf den rassischen Wert des deutschen Bauern unterließ und „Lebensraum“ hinfort mit der Forderung nach Nachhaltigkeit und Naturschutz verknüpfte. Seine eingangs referierten Kernziele „völkische Neuordnung“, „Förderung des deutschen Bauerntums“ und „Erweiterung des deutschen Lebensraums“ lasen sich Ende der fünfziger Jahren folgendermaßen: erstens „Landesplanung zur Neuordnung der Boden- und Arbeitsverhältnisse“, zweitens „Aufrechterhaltung gesunder landesphysiologischer Kreisläufe“ und „Schaffung neuer Arbeitsmöglichkeiten auf dem Land“ sowie drittens „nachhaltige Landeskultur und optimale Landnutzung“. Aufschlussreich für die Kontinuitäten und Brüche in Meyers Denken und Arbeiten ist auch der Vergleich zweier seiner Nachkriegspublikationen. In der 1953 publizierten Studie „Nahrungsraum und Überbevölkerung“ verwandte er noch ganz explizit rassistische Stereotypen (z.B. Überlegenheit der „weißen Rasse“ und der „germanischen Völker“ im Hinblick auf ihre Kultur- und Kolonisationsleistungen) und befürwortete gigantische Landgewinnungsprojekte wie die Trockenlegung des Mittelmeeres (!). Nicht die Neuordnung deutschen Lebensraumes diente nunmehr als Argument für massive Bevölkerungsverschiebungen, sondern die Welternährungsbilanz sollte durch eine Umverteilung von Menschen in „Auffanggebiete“ entlastet werden. Knapp fünfzehn Jahre später, in einem 1967 veröffentlichten Vortrag über „Den Menschen im Spannungsfeld der Raumplanung“ war Meyer dagegen „im Westen angekommen“ und stellte den Menschen und dessen Bedürfnisse ins Zentrum seiner Überlegungen. Noch immer kämpfte er gegen „Vermassung“ und „Verstädterung“, bekannte sich aber zu einer humanen Planung, welche die Freiheit des Individuums zu respektieren habe. Der Raumplaner habe auf den „schöpferischen Ausgleich“ der Gegenwartsprobleme hinzuarbeiten und als Politikberater Überzeugungsarbeit zu leisten. Allerdings konnte Meyer sein Bedauern darüber, daß die Raumplanung in der Demokratie eben nicht mehr alle Erkenntnisse ohne Rücksichten umsetzen könne, nicht verbergen. Fazit: Raumforschung und Raumordnung in NS und BRD: Kontinuitäten und Brüche 1) Die Pläne und ihre Finanzierung: Konrad Meyer ist zutreffend als Herrscher über ein „wahres Wissenschaftsimperium“ beschrieben worden. Durch seine Machtposition in DFG, Reichsforschungsrat, Forschungsdienst und universitärer Wissenschaft konnte er die Expertise eines breiten Kreises von Fachwissenschaftlern (Agrarwissenschaftler, Raumforscher, aber auch Finanzexperten, Juristen und Ingenieure) in den Dienst der Neuordnung des „deutschen Ostens“ und der Umvolkungspläne für Osteuropa stellen. Die Entwürfe waren jedoch explizit für die Praxis gemacht. Dies entsprach einmal Meyers Selbstverständnis als Wissenschaftler und Praktiker. Zugleich hatte SS-Chef Himmler als Auftraggeber der Pläne – wie megaloman sie auch immer waren – dezidiert deren Realisierung im Sinn. Die nur partielle Umsetzung der Pläne während des Krieges darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß sie ausdrücklich für die Praxis und im Hinblick auf punktgenaue Implementierung entworfen wurden. Die DFG stellte hierfür einen nicht unbeträchtlichen Teil der Finanzierung bereit. 2) Die wissenschaftliche Bedeutung der DFG-geförderten Raumforschung: Hinsichtlich des wissenschaftlichen Wertes der DFG-geförderten Raumplanungen bleibt zu betonen, daß sie keinesfalls als seriöse, ideologiefreie Forschung betrachtet werden können. In einer nach dem Führerprinzip strukturierten DFG wurde mit Meyers Arbeiten eine hoch zeit- und ideologiegebundene Grundlagenforschung finanziert. Es ist zwar richtig, daß sich in der Planungsstelle des RKF namhafte Experten versammelten, die auf dem Gebiet der Raum- und Landesplanung manche Innovation erarbeiteten, jedoch immer vor dem Hintergrund der angeblich zur Verfügung stehenden „menschenleeren Räume“. Deswegen ist es problematisch, wenn Meyer in einem 1971 erschienen Artikel rückblickend konstatierte: “Die Begriffe Raumordnung und Raumordnung wären auch ohne das Regime der 30er Jahre geboren und politische Vokabeln geworden.“ Gewiss hätte man sich auch ohne das NSRegime und die Besatzungspolitik des Zweiten Weltkriegs in Deutschland mit Raumplanung befaßt, nur eben nicht auf der Grundlage von Gewalt und Millionen Toten beziehungsweise Vertreibungsopfern. 3) Kontinuitäten der Planung und moderate Kurskorrekturen: Andererseits konnten Meyer und die anderen Pioniere der Raumforschung und Landesplanung nach 1945 recht unproblematisch an ihre Arbeiten aus dem Krieg anknüpfen: Sie ließen das rassistische Großraumdenken sukzessive weg und wandten sich insbesondere der Regionalplanung und dem Naturschutz zu. Beispielsweise transformierte Meyer seine Kombination von Stadtplanung und Landschaftsgestaltung vergleichsweise bruchlos zu nachhaltigen Regionalentwicklungskonzepten in der Bundesrepublik, zu Fragen von Umwelt- und Naturschutz. Die rücksichtslose Disposition über Millionen Menschenleben, welche gemeinsam mit der Idee einer rassischen Restrukturierung Europas bis 1945 das Grundaxiom der Neuordnungskonzepte gebildet hatte, und die Planung von Massenvertreibungen gab er statt dessen auf. Zumindest für Meyers Nachkriegsveröffentlichungen ist jedoch anzumerken, daß die Gründung der EWG gewisse Anschlussmöglichkeiten der gesamteuropäischen Planung eröffnete, nun allerdings in bescheidenerem Umfang und im Rahmen einer demokratischen Gesellschaftsordnung. Leicht überspitzt könnte man folgern: Die einstigen Lebensraum- Konzepte schrumpften zu Fragen der Entwicklung europäischer Regionen." zitiert nach: Konrad Meyer und der "Generalplan Ost" © Dr. Isabel Heinemann, Mai 2003

3. Über Josef Umlauf (? - 1989) ist im Text (Kap. 6) schon berichtet worden. Er war zentral an der Zerstörung polnischer Städte beteiligt, rettet sich mit einer simplen Lüge vor Verfolgung und kann einer der Mentoren der Raumplanung in der BRD werden. Erst im Laufe der 80er Jahre stellen jüngere Raumplaner (vor allem Niels Gutschow) dumme Fragen. Seine Institutsgeschichtsschreibung ist die reinste Verschleierung.


 

Literaturliste

Götz Aly. (HG): "Modelle für ein deutsches Europa - Ökonomie und Herrschaft im Großwirtschaftsraum", Berlin 1992.

Götz Aly/ Susanne Heim: "Vordenker der Vernichtung - Auschwitz und die deutschen Pläne für eine neue europäische Ordnung", Frankfurt a.M. 1991/ 1993.

Hannah Arendt: "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft", Frankfurt a. M. 1955.

Wilhelm Bechtel: "Verfahrensweisen", in: Raumforschung und Raumordnung 1/1936 S. 25 - S. 27.

Konrad Bildstein: "Der Dr. Helmuth- Plan - Seine Grundlagen und seine Entwicklung", in: Raumforschung und Raumordnung 2/ 1938, S. 46 - S. 53.

W. H. Blöker: "Raumordnung", in: Raumforschung und Raumordnung 1/1936, S 5 - S. 8.

Koos Bosma: "Verbindungen zwischen Ost- und Westkolonisation", in: Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher (HG): "Der 'Generalplan Ost' - Hauptlinien der nationalsozialistischen Planungs- und Vernichtungspolitik", Berlin 1993, S.199 - S. 214.

Gerhard Botz: "Wohnungspolitik und Judenverfolgung in Wien 1938 - 1945 - Zur Funktion des Antisemitismus als Ersatz nationalsozialistischer Sozialpolitik", Salzburg 1975.

Carl Brinkmann: "Das Problem der agraren Überbevölkerung in Europa", in: Arbeitstagung des Forschungsdienstes Dresden, Sonderheft 18, 1943, S. 58 - S. 62.
Christopher R. Browning: "Vernichtung und Arbeit - Zur Fraktionierung der planenden deutschen Intelligenz im besetzten Polen", in: Wolfgang Schneider (HG): "'Vernichtungspolitik' - Eine Debatte über den Zusammenhang von Sozialpolitik und Genozid im nationalsozialistischen Deutschland", Hamburg 1991, S. 37 - S. 52.

Ekkehard Buchofer: "Polen: Raumstrukturen - Raumprobleme", Frankfurt a.M. 1981.

Dan Diner: "Die Wahl der Perspektive - bedarf es einer besonderen Historik des Nationalsozialismus?", in: Wolfgang Schneider (HG): "'Vernichtungspolitik' - Eine Debatte über den Zusammenhang von Sozialpolitik und Genozid im nationalsozialistischen Deutschland", Hamburg 1991, S. 64 - S. 76.

Heinrich Dörr: "Bomben brechen die 'Haufen'- Stadt. Stadtplanerische Betrachtungen über den Luftkrieg", in: Raumforschung und Raumordnung 5/1941, S. 269 - S. 273.

Dietrich Eichholtz: Der 'Generalplan Ost' und die genozidale Variante der imperialistischen Ostexpansion", in: Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher (HG): "Der 'Generalplan Ost' - Hauptlinien der nationalsozialistischen Planungs- und Vernichtungspolitik", Berlin 1993, S. 118 - S. 124.

Dietrich Eichholtz: "Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft 1939 - 1945 Bd. II, Berlin 1985.

Fritz Fischer: "Griff nach der Weltmacht - Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschlands 1914 - 1918", Düsseldorf 1961.

Michel Foucault: "Überwachen und Strafen", Frankfurt 1976.

Rainer W. Fuhrmann: "Polen: Geschichte, Politik, Wirtschaft", Hannover 1990.
Frank Glatzel: "Besiedlung der Ostgebiete durch bäuerliche Kolonisation aus dem Altreich", in: Raumforschung und Raumordnung, 3/ 1940, S. 147 - S. 149.

Frank Glatzel: "Das Bauerntum als Stoßtrupp nationalsozialistischer Raumplanung", in: Raumforschung und Raumordnung 3/1936, S. 119 - S. 126.

Hermann Göring: Grußadresse in Raumforschung und Raumordnung 7/ 1938.

Walter Grode: "Modernisierung und Destruktion - regionale Differenzierungen der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik im besetzten Polen", in: Wolfgang Schneider (HG): "'Vernichtungspolitik' - Eine Debatte über den Zusammenhang von Sozialpolitik und Genozid im nationalsozialistischen Deutschland", Hamburg 1991, S. 53 - S. 64.

Gert Gröning: Die 'Allgemeine Anordnung Nr. 20/VI/42' - Über die Gestaltung der Landschaft in den eingegliederten Ostgebieten", in: Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher (HG): "Der 'Generalplan Ost' - Hauptlinien der nationalsozialistischen Planungs- und Vernichtungspolitik", Berlin 1993, S. 131 - S. 135.

Niels Gutschow: "Stadtplanung im Warthegau 1939 - 1944", in: Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher (HG): "Der 'Generalplan Ost' - Hauptlinien nationalsozialistischer Planungs- und Vernichtungspolitik", Berlin 1993, S. 232 - S. 258.

Hannes Heer/ Klaus Naumann (HG.): "Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht 1941 - 1944", Hamburg 1995.

Helmut Heiber: "Dokumentation: Der Generalplan Ost", in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 3/ 1958, S. 281 - S. 325.

Susanne Heim/ Götz Aly: "Sozialplanung und Völkermord - Thesen zur Herrschaftsrationalität der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik", in: Wolfgang Schneider (HG): "'Vernichtungspolitik' - Eine Debatte über den Zusammenhang von Sozialpolitik und Genozid im nationalsozialistischen Deutschland", Hamburg 1991, S. 11 - S. 24.

Ulrich Herbert: "Rassismus und rationales Kalkül - Zum Stellenwert utilitaristisch verbrämter Legitimstionsatrategien in der nationalsozialistischen 'Weltanschauung'", in: Wolfgang Schneider (HG): "'Vernichtungspolitik' - Eine Debatte über den Zusammenhang von Sozialpolitik und Genozid im nationalsozialistischen Deutschland", Hamburg 1991, S. 25 - S. 36.

Ludwig Hieber: "Die Kreditversorgung im Dienste des Aufbauwerks", in: Raumforschung und Raumordnung 2/ 1938, S. 99 - S. 100.

Rudolf Hilferding: "Das Finanzkapital", Berlin 1910/ 1947.

Rudolf Hoffmann: "Aktive Verkehrs- und Raumpolitik", in: Raumforschung und Raumordnung 1/ 1937 S. 148 - S. 157.

Rudolf Hoffmann: "Neue verkehrs- und raumpolitische Entwicklungen", in: Raumforschung und Raumordnung 8/ 1937, S. 455 - S. 461.

Joachim S. Hohmann: "Landvolk unterm Hakenkreuz - Agrar- und Rassenpolitik in der Rhön", Band I + II, Frankfurt a.M., Berlin, Bern, Paris, New York, Wien 1992.

Ernst Jarmer: "Politische Zielsetzung und weltanschauliche Abgrenzung der Raumordnung" in: Raumforschung und Raumordnung 1/ 1936, S. 8 - S. 10.

Ernst Klee/ Willi Dreßen (HG): "Gott mit uns - Der deutsche Vernichtungskrieg im Osten", Frankfurt a.M. 1989.
Vgl.: Reinhard Kühnl: "Faschismustheorien - Ein Leitfaden", Marburg 1990 (Neuauflage).

Thomas Kunze/ Rainer Sommer: "Geschichte der Reichsautobahn", in: Rainer Stommer (HG): "Reichsautobahnen - Pyramiden des Dritten Reiches", S. 22 - S. 49.

Karl Lärmer: "Autobahnbau in Deutschland 1933 - 1945", Berlin 1975.

Joachim Leuschner: "Volk und Raum - Zum Stil nationalsozialistischer Außenpolitik", Göttingen 1958.

Czeslaw Madajczyk: "Vom 'Generalplan Ost' zum Generalsiedlungsplan'", in: Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher (HG): "Der 'Generalplan Ost' - Hauptlinien der nationalsozialistischen Planungs- und Vernichtungspolitik", Berlin 1993, S. 12 - S. 19.

Czeslaw Madajczyk: "Die Okkupationspolitik Nazideutschlands in Polen 1939 - 1945", Köln 1988.

Ernest Mandel: "Marxistische Wirtschaftstheorie", Frankfurt, 1968.

Hugo Maurer: "Neuordnung der Basaltindustrie in der Rhön", in: Raumforschung und Raumordnung 2/ 1938, S. 97 - S. 98.

Konrad Meyer: Eröffnungsvortrag in: Raumforschung und Raumordnung 1/1936 S. 3f.

Rolf Dieter Müller: "Hitlers Ostkrieg und die deutsche Siedlungspolitik", Frankfurt a.M. 1991.

Dieter Münk: "Die Organisation des Raumes im Nationalsozialismus - eine soziologische Untersuchung ideologisch fundierter Leitbilder in Architektur, Städtebau und Raumplanung des Dritten Reiches", Bonn 1993.

Gottfried Müller: "Raumplanung", in: Akademie für Raumforschung und Landesplanung (HG): "Handwörterbuch der Raumforschung und Raumordnung", Hannover 1970, S. 2542 - S. 2553.

Dr. Theodor Müller: "Landeskunde des Genralgouvernements", Krakau 1943.

Elke Pahl- Weber: "Die Reichsstelle für Raumordnung und die Ostplanung", in: Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher (HG): "Der 'Generalplan Ost' - Hauptlinien der nationalsozialistischen Planungs- und Vernichtungspolitik", Berlin 1993, S. 148 - S. 152.

Walter Rafelsberger: "Die wirtschaftliche Eingliederung der Ostmark in den großdeutschen Raum", in Raumforschung und Raumordnung, 10/ 1938, S. 481 - S. 487.

Alfred Sohn- Rethel: "Ursprung und Bestimmung einer ständischen Handelspolitik", in: Der Deutsche Volkswirt vom 20. 07. 1934, S. 1881ff.

Werner Röhr: "Rassismus als Expansionsprogramm - Über die Leistungsfähigkeit der NS- Ideologie", in: Wolfgang Schneider (HG): "'Vernichtungspolitik' - Eine Debatte über den Zusammenhang von Sozialpolitik und Genozid im nationalsozialistischen Deutschland", Hamburg 1991, S. 119 - S. 134.

Mechtild Rössler: "Die Institutionalisierung einer neuen Wissenschaft im Nationalsozialismus - Raumforschung und Raumordnung 1935 - 1945", in: Geographische Zeitschrift 75, 1987, S. 177 - S. 194.

Mechtild Rössler:  "Wissenschaft und Lebensraum - geographische Ostforschung im Nationalsozialismus, Ein Beitrag zur Disziplingeschichte der Geographie", Berlin, Hamburg 1990.

Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher: "Der 'Generalplan Ost' und die 'Modernität' der Großraumordnung. Eine Einführung", in: Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher (HG): "Der 'Generalplan Ost' - Hauptlinien der nationalsozialistischen Planungs- und Vernichtungspolitik", Berlin 1993, S. 7 - S. 11.

Karl Heinz Roth: "Das Arbeitswissenschaftlich Institut der Deutschen Arbeitsfront und die Ostplanung", in: Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher (HG): "Der 'Generalplan Ost' - Hauptlinien nationalsozialistischer Planungs- und Vernichtungspolitik", Berlin 1993, S. 213 - S. 225.

Karl Heinz Roth: " 'Generalplan Ost' - 'Gesamtplan Ost'. Forschungsstand, Quellenprobleme, neue Ergebnisse", in: Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher (HG): "Der 'Generalplan Ost' - Hauptlinien der nationalsozialistischen Planungs- und Vernichtungspolitik", Berlin 1993, S. 25 - S. 95.

Karl Heinz Roth: "Europäische Neuordnung durch Völkermord - Bemerkungen zu Götz Alys und Susanne Heims Studie über die 'Vordenker der Vernichtung'", in: Wolfgang Schneider (HG): "'Vernichtungspolitik' - Eine Debatte über den Zusammenhang von Sozialpolitik und Genozid im nationalsozialistischen Deutschland", Hamburg 1991, S. 179 - S. 196.

Karl Heinz Roth: "Vernichtung und Entwicklung - Die nazistische 'Neuordnung' und Bretton Woods" in: Mitteilungen der Dokumentationsstelle zur NS- Sozialpolitik, Juni 1985, S. 1 - S. 52.

Dr. (ohne Vorname) Schepers: "Raumordnung", in: Dr. Max Freiherr von Prel (HG): "Das Generalgouvernement", Würzburg 1942, S. 203 - S. 214.
Fritz Scherer: "Der Einsatz des Reichsarbeitsdienstes in Mainfranken", in Raumforschung und Raumordnung 2/ 1938, S. 65 - S. 70.

Ludwig Schmidt- Kehl: "Der Mensch in der Rhön", in: Raumforschung und Raumordnung 1/ 1938, S. 74 - S. 74.

Günter Schmölders: "Deutsche und amerikanische Raumplanung - Ein Vergleich ihrer Vorraussetzungen und Methoden", in: Raumforschung und Raumordnung 8/1938, S. 371 - S. 374.

Günter Schmölders: "Probleme der Raumordnung in den USA" in: Raumforschung und Raumordnung 1/1936, S 29 - S. 36.

Wolfgang Schneider (HG): "'Vernichtungspolitik' - Eine Debatte über den Zusammenhang von Sozialpolitik und Genozid im nationalsozialistischen Deutschland", Hamburg 1991.

Hans Schrepfer: "Raum und Volk seit vorgeschichtlicher Zeit", in: Raumforschung und Raumordnung 1/ 1937, S. 59 - S. 68.

Wolfgang Schumann: "Griff nach Südosteuropa", Berlin 1973.

Martin Seckendorf: "Die 'Raumordnungsskizze' für das Reichskommissariat Ostland vom November 1942 - Regionale Konkretisierung der Ostraumplanung", in: Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher (HG): "Der 'Generalplan Ost' - Hauptlinien der nationalsozialistischen Planungs- und Vernichtungspolitik", Berlin 1993, S. 175 - S. 188.

Peter- Heinz Seraphim: "Das Judentum im osteuropäischen Raum", Essen 1938.

Wilhelm Stubbenrauch: "Raumordnung und Wehrmacht", in: Raumforschung und Raumordnung, 1/1937, S.11 - S. 13.
Josef Umlauf: "Zur Entwicklungsgeschichte der Landesplanung und Raumordnung", Hannover 1986.

Josef Umlauf: "Wesen und Organisation der Raumordnung", Essen 1958.

Josef Umlauf: "Zur Stadtplanung in den neuen deutschen Ostgebieten", in: Raumforschung und Raumordnung 3/4//1941, S. 100 - S. 122.

Bruno Wehner: "Der Stand der nordamerikanischen Planungen", in: Raumforschung und Raumordnung 1/1936, S. 36 - S. 44.

Ludger Weß: "Wissenschaft und Massenmord - Einige Schlußfolgerungen aus der konzeptionellen Beteiligung der deutschen Intelligenz an der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik", in: Wolfgang Schneider (HG): "'Vernichtungspolitik' - Eine Debatte über den Zusammenhang von Sozialpolitik und Genozid im nationalsozialistischen Deutschland", Hamburg 1991, S. 103 - S. 109.

Wolfgang Wippermann: "Wie modern war der 'Generalplan Ost'? Thesen und Antithesen", in: Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher (HG): "Der 'Generalplan Ost' - Hauptlinien der nationalsozialistischen Planungs- und Vernichtungspolitik", Berlin 1993, S. 125 - S. 130.

Joachim Wolschke- Bulmahn: "Gewalt als Grundlage nationalsozialistischer Stadt- und Landschaftsplanung in den eingegliederten Ostgebieten", in: Mechtild Rössler/ Sabine Schleiermacher (HG): "Der 'Generalplan Ost' - Hauptlinien der nationalsozialistischen Planungs- und Vernichtungspolitik", Berlin 1993, S. 328 - S. 338.